Biointelligente Innovationen GreenTech aus BW – Exzellenz bündeln

Mit meinem Vortrag am 14. Januar.2026 bei der Fraktionsklausur der Grünen in Altensteig wollte ich einmal mehr die Politik für das Thema Biointelligenz sensibilisieren. Dieser Perspektivwechsel, weg von der Idee, Natur zu beherrschen – hin zu dem Anspruch, von ihr zu lernen, mit ihr zu interagieren und sie in technische Systeme zu integrieren, eröffnet neue Wege für nachhaltiges, (Energie-)effizientes Wirtschaften.

GreenTech wird heute nicht mehr als Nischenlösung gesehen, sondern als Hebel, der traditionelle Industrie mit neuen Lebens- und Denkformen verbindet. Biointelligenz ist dabei kein abstraktes Schlagwort, sondern ein konkreter Reflexions- und Handlungsrahmen: Wie können wir biologische Prozesse klug nutzen, um Ressourcen zu schonen, Erträge zu steigern und dabei die Umwelt zu schützen?

Indem wir Biointelligenz verstehen, schaffen wir Technologien, die mit der Umwelt arbeiten statt gegen sie. KI-gesteuerte Greifarme, UV-Roboter oder CO2-nutzende Kreislaufprozesse werden nicht nur zu Effizienztreibern, sondern gehen Partnerschaften mit der Natur ein. Ein Beleg dafür, dass biologische Prinzipien – etwa kontrollierte Mikroorganismen–basierte Vergärungskreisläufe oder Regenwassernutzung – zu echten, messbaren Vorteilen führen können.

Erdbeeren – höherer Ertrag ohne Pestizide

Besonders faszinierend finde ich beispielsweise die Dyson-Erdbeerfarm. Sie zeigt, wie Vision-KI, Nützlingssysteme und geschlossene Wasser- und Energiekreisläufe zu 2,5-fach höheren Erträgen führen können – ganz ohne Pestizide. »Growing things is like making things«: Dieser Satz bringt es auf den Punkt. Landwirtschaft wird hier als präziser, lernender Prozess verstanden.

Bild 1: Hightech-Gewächshaus der Dyson Erdbeerfarm – KI, Robotik und Kreislaufsysteme im Zusammenspiel. Copyright: Dyson

Traditionelle Hersteller steigen zunehmend in GreenTech ein und entwickeln biointelligente Lösungen. In ausgewählten Wachstumsbereichen kann selbst beim Maschinenbau das ursprüngliche Geschäft durch GreenTech ergänzt oder kompensiert werden: Unternehmen wie die Dürr AG zeigen, dass der Schritt von klassischer Lüftungs- und Klimatechnik hin zu GreenTech kein radikaler Bruch sein muss. 90 Prozent weniger Wasserverbrauch, drastische CO₂-Einsparungen und kurze Amortisationszeiten sprechen eine klare Sprache, bei der Lackiererei und im neuen Geschäftsbereich des Vertical Farming.

Bild 2: Dürr Eco-Y. Alle für das Wachstum der Pflanzen relevanten Faktoren wie Licht, Feuchtigkeit, Temperatur und CO2 werden von der Smart-Farming-Gewächshaustechnik digital gesteuert und geregelt. Copyright DÜRR

 

 

 

 

 

 

 

Schneller Wissenstransfer über Netzwerke wie S-TEC

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist der schnelle Transfer von Wissen. Innovationszentren wie der Stuttgarter Technologie- und Innovationscampus S-TEC bündeln Exzellenz aus Forschung und Praxis und machen Innovation umsetzbar – pragmatisch, interdisziplinär und wirkungsorientiert. Genau hier entfaltet Biointelligenz ihre größte Kraft: wenn Ideen nicht in Schubladen verschwinden, sondern reale Veränderungen bewirken.

Was bedeutet das für unsere Organisation, unsere Forschungslaboratorien, unsere Unternehmen? Interdisziplinarität ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung. S-TEC, ein Netzwerk aus Universitäten, Fraunhofer-Instituten und der Industrie, folgt einer beschleunigten Transferlogik. Hier wird Biointelligenz greifbar: Prototypen entstehen schneller, Tests werden praxisnah gestaltet und Risiken werden durch kooperative Strukturen minimiert. Transferformate müssen breit, transparent und unbürokratisch sein. Wenn wir Zukunft gestalten wollen, müssen wir Biointelligenz aktiv nutzen – in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Beschäftigen Sie sich mit diesen Ansätzen, vernetzen Sie sich mit Innovatorinnen und Innovatoren und unterstützen Sie Projekte, die zeigen, dass nachhaltiger Fortschritt möglich ist. Die Technologien sind da. Jetzt braucht es Mut zur Umsetzung.

Ich persönlich sehe Biointelligenz auch als Einladung, unser Arbeiten neu zu denken: weniger Hierarchien, mehr Kooperationen; weniger starre Prozesse, mehr Prototypen, die in der Praxis testen und lernen. Es geht darum, Qualitäten der Natur – Effizienz, Anpassungsfähigkeit, Resilienz – in unsere Produkte und Systeme zu integrieren. Die Botschaft ist klar: Die Zukunft gehört jenen, die Ideen aus Wissenschaft und Praxis zusammenführen und mutig Neues wagen.

Lassen Sie uns Biointelligenz konkret denken: Welche Biotechnologie oder biologischen Prinzipien könnten in Ihrem Arbeitsbereich als Nächstes sinnvoll getestet werden? Vernetzen Sie sich mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie, entwickeln Sie Prototypen, die biologische Prinzipien nutzen, und dokumentieren Sie die Ergebnisse offen. Besuchen Sie den Stuttgarter Innovationscampus insbesondere auch die S-TEC-Biointelligence Engine, tauschen Sie sich aus und bringen Sie Ihre Idee mit uns in die Umsetzung.

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