Neues Laborgebäude am NMI eröffnet – spezialisierte Infrastruktur für biointelligente Forschung

Knapp zwei Jahre lang konnten die Mitarbeitenden des NMI durch die Fenster ihrem Laborneubau beim Wachsen zuschauen, nun wurde er im Beisein von Landes-Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut eröffnet. Darin finden mehrere biointelligente Forschungsbereiche des Instituts ihre neue Heimat in hochmodernen Laboren.

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut lobte das NMI in ihrem Grußwort als eines der „führenden anwendungsorientierten Institute im Land.“ Foto: NMI

„Innovation entsteht dort, wo exzellente Forschung auf unternehmerische Anwendung trifft. Genau diese Verbindung verkörpert das NMI seit vielen Jahren“, sagte Baden-Württembergs Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, in ihrer Rede. Die Direktorin des NMI Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts, Prof. Dr. Katja Schenke-Layland, bedankte sich für die finanzielle Unterstützung durch das Ministerium, durch die das Institut seine Forschung auf ein Spitzenniveau heben kann: „Dieser Neubau ermöglicht es uns, unsere Forschungskapazitäten nachhaltig zu optimieren. Die Laborinfrastruktur ist exakt auf die Anforderungen der Forschungsinhalte des NMI abgestimmt.“

Johannes Heinloth, Vorstand der L-Bank (links) und Jens Wetzel, Geschäftsführer der TTR GmbH, die Bauträger war, übergeben NMI-Direktorin Prof. Dr. Katja Schenke-Layland zum Einzug Brot und Salz. Foto: NMI

Biointelligenz in hochmodernen Laboren

Zu den Nutzern der neuen Labore gehören etwa zahlreiche Mitarbeitende des Biologicals Development Center am NMI. Biologicals sind biotechnologisch hergestellte Proteine, die etwa in der personalisierten Medizin zum Einsatz kommen können, sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie. Auch in der Beschichtung von Oberflächen und der Entwicklung von Vakzinen werden sie genutzt. Diese Expertise kam aber auch in einem Projekt zum Recycling von Windeln zum Einsatz.

Dr. Jens Göpfert veranschaulichte mit Sand und rote Kugeln die enorme Präzision seiner Immunoassays. Foto: NMI

In dem Gebäude richtet das NMI auch ein Mikrobiologie-Labor ein. Dort wird vor allem am Leuchtturmprojekt CO2FaX2 gearbeitet. Dessen Ziel ist zum einen die Entwicklung von Farben und Lacken, die durch Absorption aktiv CO2 aus der Atmosphäre entfernen. Zum anderen soll dieses Kohlendioxid anschließend in Energieträger umgewandelt werden.

Schließlich ziehen auch Teile der Forschung an Organ-on-Chip-Systemen in die neuen Räumlichkeiten um. Dabei werden Chips so konstruiert, dass darauf Organoide so mit Nährstoffen, Medikamentenwirkstoffen oder Giften so versorgt werden, dass sie oft über mehrere Wochen überleben und dabei gleichzeitig ihre Reaktion beobachtet werden kann. Sie haben so das Potential, die Zahl an Tierversuchen deutlich zu reduzieren.

Prof. Dr. Peter Loskill stellt Vertretern aus Politik und Wirtschaft seine Forschung an Organ-on-Chip-Systemen vor. Foto: NMI

Individuell abgestimmte Einrichtung

Der Laborneubau bot die einmalige Möglichkeit, die Labore genau auf die Bedürfnisse der späteren Nutzerinnen und Nutzer zuzuschneiden. Das begann bei der Position der Arbeitsflächen, Anschlüsse und Geräte und hörte bei der spezifischen Klimatechnik und den notwendigen Sicherheitskonzepten noch lange nicht auf. So entstand eine optimal abgestimmte Infrastruktur, die die anwendungsorientierte Forschung am NMI auf ein neues Level hebt.

Das Gebäude entstand mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus. Bauträger war die TTR GmbH, Entwurf und Planung hatten a+r Architekten aus Stuttgart übernommen.

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